Geschichten eines Hirten

Oberwallis/St. Niklaus | Unter dem Titel «Geschichten eines Hirten» veröffentlicht der Zaniglaser Verein Querkultur ein neues Oberwalliser Werk.

Es ist die erste Lese- und Hörbuchproduktion des jungen Kulturvereins. Eine an sich witzige Begebenheit war ausschlaggebender Grund für das Zustandekommen des Geschenkbuchs «Geschichten eines Hirten», welches ab sofort erhältlich ist. Der auch im Oberwallis wirkende Franziskus-Bruder Gian-Antonio della Santa wurde von einem jungen Mädchen im Warenhaus beim Einkaufen gesehen.
Da diese Begegnung des kleines Kindes und des Franziskus-Bruders kurz vor dem Nikolaustag stattfand, war sich die Kleine sicher, den Nikolaus beim Süssigkeitenregal entdeckt zu haben. Der Vater des kleinen Mädchens hatte seiner Tochter empfohlen, den Mann doch zu fragen, ob er denn wirklich der Nikolaus sei. Angetan von dieser witzigen Begebenheit zog der liebenswerte Mann, der die Unterhaltung mitbekommen hatte, seine Brille etwas zur Nasenspitze, schaute das junge Fräulein an und sagte unaufgefordert mit einem schalkhaften Blick: «Ja, ich bins.»

 

Ein doppelter Hirte

Della Santa stammt ursprünglich aus
dem Bündnerland. Als junger Bub war er Kuh- und Ziegenhirt in Clugin
und Andeer. Diese Aufgabe mit den friedlichen Tieren hat ihn immer wieder inspiriert. Aus dieser Zeit heraus stammt auch der Titel des Buches «Geschichten eines Hirten». Aufgrund seines Theologie- und Pädagogikstudiums mit Erlangung des Gymnasial-Lehrerdiploms wird ihm die Rolle als «Hirte» in einer zweiten Bedeutung zuteil. Ob als Biologielehrer in einem Gymnasium unterrichtend, ob in einem Bündner Progymnasium als Rektor amtend, ob als Mitbewohner einer Jugendwohngemeinschaft: Della Santa ist immer und zu jeder Zeit für seine Mitmenschen im Einsatz. Als Briefpartner, als geduldiger Zuhörer und Ratgaber. Ob die Hilfesuchenden dabei an die christliche Lehre glauben oder gar Atheisten sind, spielt ihm keine Rolle. Helfend und unterstützend ist er für alle da, die ihn brauchen können. Er selbst sieht sich als eine «Treppe», auf welcher andere die Möglichkeit haben, etappenweise zu ihrem Ziel aufzusteigen. Della Santa ist Franziskus-Bruder, um das Armutsideal des heiligen Franziskus zu erfüllen, ohne aber dabei durch die Zugehörigkeit zu einer sogenannten Observanz des gespaltenen Ordens kirchenrechtlich eingeengt zu sein.

 

Wirkungsstätten im Oberwallis

Della Santa hatte seine Wirkungsstätten in mehreren Schweizer Kantonen. Im Wallis stand er in den Pfarreien Ried-Mörel, Bürchen und Unterbäch in pastoralem Dienst. Aushilfsweise unterrichtete er auch am Briger Kollegium. Bis heute betreut er Maturanden bei ihren Abschlussarbeiten. Auf den Strassen von Brig-Glis wird er häufig angesprochen und mit diversen Problemen konfrontiert, gewissermassen ist es eine Art «Strassenapostolat».

 

Geschichten aus dem Leben

Sein reichhaltiger Erfahrungsschatz, Begebenheiten wie jene mit dem Mädchen im Kaufhaus sowie sein Humor haben Gian-Antonio della Santa immer wieder dazu bewegt, lustige Ereignisse in Kurzgeschichten niederzuschreiben. Querkultur hat nun zusammen mit dem Franziskus-Bruder eine Auswahl von Texten getroffen, die jetzt veröffentlicht werden. Dabei kann die Leserin oder der Leser in Erfahung bringen, warum der Lehrer plötzlich Weihrauchpulver in der Tabakpfeife hatte, wie es ohne Wolken auf der Alpe regnen kann und warum sogenanntes «Speuzium 0104» auf einem Bauernhof Glatzköpfe wieder zum Haarwuchs führen sollte. Eine Vielzahl der Kurzgeschichten wurde von einem Profisprecher zudem vertont und liegen dem Buch auf Audio-CD bei. Auch ein Hörspiel, welches Gian-Antonio della Santa damals als Mitarbeiter von Radio Vatikan verfasste, wurde nun vertont und kann als CD-Bonus-Track gehört werden.

Redaktion RZ

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