Leukerbads Luxusresort im Bau

Leukerbad | Der Spatenstich ist erfolgt. Die Arbeiten am Resort «51 degrees» haben begonnen. Doch nicht alle in Leukerbad glauben, dass auch das Hotel gebaut wird.

Der Aushub ist gemacht. Bagger stehen auf dem Gelände, wo in den 70er-Jahren das Hotel «Des Etrangers» stand. Vor über einem Jahr informierte die Swiss Development Group (SDG) über ihr ambitioniertes Bauprojekt «51 degrees» mit 30 Appartements und einem Fünfsternhotel mit 90 Betten. 51 Grad warmes Thermalwasser soll einmal in den Whirlpools der Zimmer und Wohnungen plätschern. In einer zweiten Bauphase ist geplant, den Hotelkomplex mit Spa zu errichten. 270 Millionen sollen investiert, 300 Arbeitsplätze in Leukerbad geschaffen werden.

Kommt Kempinski mit an Bord?

Betrieben werden soll das Luxus-Resort von Kempinski. Die deutsche Hotelgruppe, die mit dem «Vier Jahreszeiten» in München und dem «Adlon» beim Brandenburger Tor in Berlin zwei der renommiertesten Hotels in Deutschland führt, betreibt in der Schweiz schon Fünfsternhäuser in St. Moritz, Genf und Chardonne oberhalb von Vevey. Kerstin Heinen, Director of Corporate Communications von Kempinski, bestätigte gegenüber der RZ, dass mit der SDG verhandelt wird. Über den Stand der Gespräche und weitere Details zum Engagement von Kempinski in Leukerbad wollte sie sich aber noch nicht äussern.
«Kommt Kempinski mit ins Boot, wäre das eine sehr gute Sache», ist ein Leukerbadner Hotelier überzeugt. Er habe Erfahrungen mit einem Resort in Spanien gemacht, das sich prächtig entwickelt habe, nachdem Kempinski die Führung übernommen habe.

Hoteliers sind erfreut ...

Richard Hug, Direktor von Leukerbad Tourismus, steht dem Bauvorhaben positiv gegenüber: «Das Projekt ist eine Bereicherung für die Feriendestination Leukerbad und erweitert unser Angebot im gehobenen Premium-Segment.» Auch die Hoteliers in Leukerbad äussern sich mehrheitlich wohlwollend. Sie erhoffen sich positive Impulse für den Urlaubsort Leukerbad. Zweifel hegen einige an der Finanzierbarkeit des 270-Millionen-Projekts, gerade jetzt in der Wirtschaftskrise. Joëlle Berclaz, Direktorin des aktuell einzigen Fünfsternhotels in Leukerbad, «Les Sources des Alpes», ist über die neue Konkurrenz erfreut: «Es ist gut für die Destination Leukerbad, wenn ein zweites Fünfsternhaus realisiert wird. Das bringt neue Gäste in den Badeort.» Auch die Geschäfte im Dorf könnten von der zusätzlichen solventen Kundschaft profitieren.

... Zweifel bleiben

Auch für Ralph Katthöfer, General Manager der Lindner Hotels & Resorts, ist das Projekt eine Bereicherung für den Ort. «Es ist gut, dass endlich jemand investiert in Leukerbad und ich hoffe, dies animiert andere im Ort, auch wieder Investitionen zu tätigen.» Sein eigener Betrieb sei da keine Ausnahme. Da die Resort-Appartements in unmittelbarer Nähe der Alpentherme gebaut werden, erhofft er sich auch zusätzliche Badegäste. Das geplante Hotel sieht er nicht als direkten Konkurrenten an. «Es ist zwar ein Mitbewerber, aber in einem höheren Preissegment.» Katthöfer schliesst seine Ausführungen allerdings mit der Bemerkung: «Wenn es denn je gebaut wird.» Wie andere in Leukerbad hat er seine Zweifel, ob das Fünfsternhotel wirklich realisert wird. Von der SDG traf bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ein.
 

Frank O. Salzgeber

Frank O. Salzgeber

Frank O. Salzgeber

Redaktor

.(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)
Direktwahl: 027 922 29 11

Nachricht senden